Geduld & Ausdauer, Respekt & Achtung, Selbstbewusstsein & Unabhängigkeit

Das Portal des Wissens

Beschreibung
Geschichte
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Alina und der Fremde Leonard machen sich in der antiken Stadt Pyranus auf die Suche nach dem mythischen ‚Portal des Wissens‘. Ihre Reise führt sie durch atemberaubende Landschaften zu einem verborgenen See, an dessen Ufer sie das Portal schließlich entdecken.
von Traumfaenger.de

In der antiken Stadt Pyranus, gut versteckt in den grünen Hügeln von Nephalia, lebte die junge Gelehrte Alina. Pyranus war eine friedliche Stadt, deren Bewohner großen Wert auf Wissen, Selbstachtung und Harmonie legten. Jeden Nachmittag, wenn die Sonne am höchsten stand und der sanfte Wind durch die Olivenhaine wehte, versammelte sich Alina am Fuße des Großen Brunnens, der das Herzstück der Stadt bildete, um neue Schriften zu studieren. Der Brunnen war berühmt für sein klares Wasser, in dem sich die Gesichter der Menschen wie in einem Spiegel zeigten, sofern das Wasser nicht durch den Wind oder vorbeiziehende Tiere gestört wurde.

Eines Tages, als Alina gerade in ein altes Pergament vertieft war, das die Geheimnisse der Sternenkonstellationen enthüllte, bemerkte sie einen Schatten, der sich über die Pergamente legte. Sie blickte auf und sah einen jungen Mann, der offensichtlich nicht aus Pyranus stammte. Seine Kleidung war fremdartig, und seine Augen funkelten vor Neugier.

„Verzeihung,“ sagte der Fremde und verneigte sich leicht, „mein Name ist Leonard. Ich komme aus der fernen Stadt Valoria. Man hat mir gesagt, dass ich hier in Pyranus Antworten auf meine Fragen finden könnte.“

Alina lächelte freundlich. „Willkommen in Pyranus, Leonard. Ich bin Alina. Wobei kann ich dir helfen?“

Leonard zögerte einen Moment, bevor er antwortete. „Ich bin auf der Suche nach dem mythischen ‚Portal des Wissens‘. Es soll irgendwo in der Nähe von Pyranus liegen. Kannst du mir vielleicht helfen, es zu finden?“

Alina runzelte die Stirn. „Das ‚Portal des Wissens‘? Davon habe ich schon gehört, aber es ist nur eine Legende. Niemand weiß wirklich, ob es existiert.“

Leonard schüttelte den Kopf. „Ich glaube, dass es real ist. Und ich glaube, dass wir es finden können, wenn wir zusammenarbeiten.“

Alina dachte einen Moment nach und nickte dann. „In Ordnung, Leonard. Ich werde dir helfen. Aber wir müssen vorbereitet sein. Das könnte eine lange und schwierige Reise werden.“

Die beiden beschlossen, am nächsten Morgen aufzubrechen. Alina packte ihre wichtigsten Schriften und Leonard bereitete Proviant vor. Sie wurden von einer kleinen Eule namens Hoot begleitet, die Alina seit Jahren als treuen Freund und Begleiter hatte. Hoots weise Augen durchforsteten ständig die Umgebung und schienen alles zu erfassen.

Am ersten Tag ihrer Reise führte der Weg sie durch die sanften Hügel von Nephalia. Die Landschaft war atemberaubend schön, mit blühenden Wiesen und plätschernden Bächen. Alina und Leonard unterhielten sich angeregt über ihre jeweiligen Studien und Interessen. Leonard erzählte Alina von den alten Mythen und Geschichten seiner Heimatstadt, während Alina ihm von den Sternenkonstellationen und ihrer Bedeutung berichtete.

Am Abend schlugen sie ihr Lager unter einem alten Baum auf. Der Sternenhimmel war klar, und Alina zeigte Leonard einige der Sternbilder, die sie studiert hatte.

„Siehst du dort das helle Sternbild?“ fragte Alina und zeigte in den Himmel. „Das ist Orion. In unseren Legenden war er ein großer Jäger.“

Leonard nickte und lächelte. „In Valoria erzählen wir, dass Orion nicht nur ein Jäger, sondern auch ein weiser Gelehrter war. Vielleicht war er auf der Suche nach dem gleichen Wissen, das wir suchen.“

Am nächsten Morgen machten sie sich früh auf den Weg. Sie durchquerten dichte Wälder und überquerten reißende Flüsse. Hoot flog stets voraus und kehrte dann zurück, um ihnen den sichersten Weg zu zeigen.

Nach mehreren Tagen erreichten sie schließlich einen alten, stillen Wald, der völlig unberührt und friedlich war. Die Bäume waren hoch und dicht, und das Sonnenlicht brach nur spärlich durch das Blätterdach. Inmitten des Waldes entdeckten sie einen versteckten See, dessen Wasser klar und ruhig war, als ob er seit Jahrhunderten nicht gestört worden wäre.

Alina und Leonard standen am Ufer des Sees und betrachteten das ruhige Wasser. „Das muss es sein,“ flüsterte Leonard ehrfürchtig. „Das ‚Portal des Wissens‘ muss hier sein.“

Alina nickte. „Ja, aber wir müssen vorsichtig sein. Das Wasser darf nicht gestört werden, sonst verschwindet die Reflektion des Portals.“

Leonard war so aufgeregt, dass er sofort ins Wasser watete. Doch als seine Füße das Wasser berührten, entstanden Wellen und die Reflektion verschwand. Frustriert trat er zurück. „Was sollen wir tun?“ fragte er verzweifelt.

Alina legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter. „Wir müssen ruhig und geduldig sein, Leonard. Nur in der absoluten Ruhe zeigt sich das Portal. Lass uns einen Moment innehalten und unsere Gedanken sammeln.“

Gemeinsam setzten sich Alina und Leonard ans Ufer des Sees und schlossen die Augen. Sie konzentrierten sich auf ihre Atmung und ließen die Stille des Waldes auf sich wirken. Hoot setzte sich auf einen Ast in ihrer Nähe und beobachtete sie mit ihren weisen Augen.

Nach einer Weile öffnete Alina die Augen und blickte ins Wasser. Die Reflektion des Portals begann sich langsam zu zeigen. Sie deutete darauf und Leonard folgte ihrem Blick. Gemeinsam erhoben sie sich und traten vorsichtig an das Ufer.

„Jetzt,“ flüsterte Alina, „gehen wir langsam und ruhig vor.“

Leonard nickte und folgte ihrem Beispiel. Schritt für Schritt näherten sie sich dem Portal, ohne das Wasser zu stören. Schließlich standen sie direkt davor, und das Portal öffnete sich. Ein strahlendes Licht erfüllte den See, und Alina und Leonard traten hindurch.

Auf der anderen Seite fanden sie sich in einer atemberaubenden Bibliothek wieder. Regale, die bis zur Decke reichten, waren mit alten Büchern und Schriften gefüllt. Leonard konnte seinen Augen kaum trauen. „Wir haben es geschafft, Alina! Das ist das ‚Portal des Wissens‘.“

Alina lächelte. „Ja, und jetzt können wir all das Wissen, das hier verborgen ist, erforschen und lernen.“

Sie verbrachten viele Stunden damit, die alten Schriften zu studieren und neues Wissen zu erlangen. Schließlich beschlossen sie, nach Pyranus zurückzukehren, um ihre Erkenntnisse mit den anderen zu teilen.

Als sie durch das Portal zurückkehrten, bemerkten sie, dass Hoot immer noch auf dem Ast saß und sie aufmerksam beobachtete. Plötzlich sprach die kleine Eule mit einer tiefen, weisen Stimme. „Ihr habt das ‚Portal des Wissens‘ gefunden und bewiesen, dass ihr geduldig und respektvoll sein könnt. Ich bin der Wächter dieses Waldes, und ich werde diejenigen, die das Portal erreichen, weiterhin beobachten.“

Alina und Leonard waren überrascht, aber auch dankbar. Sie verneigten sich vor Hoot und versprachen, das Wissen, das sie erlangt hatten, weise zu nutzen.

Zurück in Pyranus wurden sie von den Bewohnern herzlich empfangen. Leonard erzählte ihnen von ihrer Reise und den Erkenntnissen, die sie gewonnen hatten. Die Bewohner von Pyranus lernten, dass wahres Wissen und Selbstachtung nur erreicht werden können, wenn man innere Ruhe findet.

Und so endete das Abenteuer von Alina und Leonard, aber die Lehren, die sie aus ihrer Reise gezogen hatten, wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Hoot, die weise Eule, beobachtete weiterhin den Wald und wartete geduldig auf die nächsten Suchenden, die das ‚Portal des Wissens‘ finden würden.

Geduld & Ausdauer
Respekt & Achtung
Selbstbewusstsein & Unabhängigkeit

Späte Grundschulzeit (10-12 Jahre)

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